Müntefering, Griese

Kerstin Griese trifft … Michelle Müntefering

Zwei Tage vor dem Weltfrauentag war Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik, zu Gast bei „Kerstin Griese trifft …“, um über Gleichstellung in Deutschland und weltweit zu sprechen. „In der Globalisierung wird das Unmittelbare, das vor Ort stattfindet, wichtiger“, freute sich Müntefering über die vielen Aktivitäten zum Frauentag, die in der Städten stattfinden.

Müntefering, GrieseMüntefering, GrieseMichelle MünteferingMichelle MünteferingKerstin Griese und Michelle Müntefering erinnerten daran, dass vor 100 Jahren das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt wurde und Frauen in die Nationalversammlung einzogen. „Die Frauenfrage und die soziale Frage sind miteinander verknüpft“, sagte Müntefering. Deswegen habe die Sozialdemokratin Marie Juchacz, die 1919 als erste Frau im Parlament gesprochen hat, auch die Arbeiterwohlfahrt gegründet.

Die SPD habe sehr viel gemacht, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, sagte Kerstin Griese. Vor 20 Jahren habe es gerade mal sieben Kita-Plätze für unter Dreijährige in Ratingen gegeben, heute gebe es einen Rechtsanspruch. Vom Elterngeld und der Elternzeit bis zur jüngst eingeführten Brückenteilzeit habe die Sozialdemokratie für wichtige Fortschritte gesorgt, betonte die Sozialstaatssekretärin.

Die Hälfte der Kandidaturen auf den Wahllisten sollten Frauen sein, forderte Kerstin Griese, darüber nachzudenken, wie man im Wahlrecht für Parität sorgen kann. „Bei den Parteien links der Mitte gibt es schon die Verabredung, dass Listen quotiert sein sollen“, ergänzte Müntefering. „Am Ende braucht man Frauen in der Politik, man braucht Frauen, die kandidieren.“ Die Strukturen in der Politik seien von Männern gemacht. „Und deshalb muss man sich nicht wundern, dass das für Frauen nicht so einfach ist“, sagte Michelle Müntefering in der angeregten Diskussion mit dem Publikum, zu dem auch die Gleichstellungsbeauftragten aus Ratingen und Velbert, Andrea Töpfer und Sabine Reucher, gehörten.

„Frauen machen anders Politik“, meinte sie. Sie hätten eine andere Herangehensweise, so Müntefering. Es gebe Frauen, die kommunikativer an Prozesse herangehen. Frauen brächten Themen ein, die mehr den Alltag betreffen, nannte Kerstin Griese den Verbraucherschutz als Beispiel.

Internationale Kulturpolitik sei sozialdemokratische Friedenspolitik und setze auf Begegnungen von Menschen, beschrieb Müntefering ihre Tätigkeit im Außenministerium. An den Tischen von Friedensverhandlungen säßen meist nur Männer, bedauerte sie. „Wenn Frauen dabei sind, halten Friedensverträge länger.“ Menschenrechte seien Frauenrechte und das sei eine große internationale Frage.

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