Griese

Gewissensfrage Organspende: Diskussion im Bundestag

Kerstin Griese hat sich im Bundestag für die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende ausgesprochen. In der Debatte machte sie deutlich, dass es sich dabei um eine sehr persönliche Gewissensentscheidung handelt.

Griese erinnerte daran, dass sich das Parlament bereits mehrfach mit dem Thema befasst hat – zuletzt 2020. Sie selbst habe lange die so genannte Entscheidungslösung unterstützt und gehofft, dass mehr Aufklärung und Information zu einer höheren Spendenbereitschaft führen würden.

Die Zahlen zeigten jedoch weiterhin ein großes Problem: Rund 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, im vergangenen Jahr gab es aber nur 985 Organspenden. Gleichzeitig stehen laut Umfragen etwa 85 Prozent der Menschen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber.

„Das ist ein Widerspruch“, sagte Griese. Briefe von Betroffenen und ihren Angehörigen hätten sie sehr bewegt. Nach langem Nachdenken sei sie deshalb zu der Entscheidung gekommen, die Widerspruchslösung zu unterstützen. Bei diesem Modell gilt grundsätzlich jeder Erwachsene als möglicher Organspender, sofern er nicht aktiv widerspricht. Griese betonte, dass die Freiwilligkeit erhalten bleibt: „Niemand wird dazu gezwungen. Man muss sich nur entscheiden.“

Für sie sind dabei drei Punkte entscheidend: Die Entscheidung muss frei und ohne Druck getroffen werden können. Außerdem braucht es leicht zugängliche Informationen – etwa in verschiedenen Sprachen oder Brailleschrift. Und: Eine einmal getroffene Entscheidung muss jederzeit widerrufen werden können. Denn die Organspende sei ein freiwilliger Akt der Nächstenliebe und Solidarität, so Griese.

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