Griese, Lichtwitz

85 Jahre Kindertransport nach Großbritannien

Eine besondere Geschichte verbindet mich mit der aktuellen Ausstellung „I said ‘Auf Wiedersehen’ – 85 Jahre Kindertransport nach Großbritannien“ im Bundestag: der Name Lichtwitz. Gut, eigentlich verbindet er nicht mich, sondern meinen ehemaligen Mitarbeiter Jan mit der Ausstellung.

Jan Lichtwitz kommt aus Velbert, war dort viele Jahre bei den Jusos und im SPD-Ortsverein aktiv. Gemeinsam haben wir uns in vielen WahlkĂ€mpfen engagiert. Nach dem Abitur, noch bevor er fĂŒr mich hier im Bundestag gearbeitet hat, hat er fĂŒr ein Jahr als Zivildienstleistender im Willy Brandt Center in Jerusalem gearbeitet.

Griese, Lichtwitz

Bei einem Besuch in der Holocaust GedenkstĂ€tte Yad Vashem fielen ihm Fotos auf, unter denen immer und immer wieder sein Nachname stand. Er wusste bereits, es gibt jĂŒdische Wurzeln in der Familie – sein Urgroßvater ist in Auschwitz ermordet worden, sein Großvater konnte aus einem Arbeitslager in Hamm fliehen. Aber hier auf den Fotos, das war nicht sein Großvater, diesen Mann, der hier zu sehen ist, den kannte er nicht.

Eine Recherche ergibt: Es handelt sich um einen Cousin dritten Grades. Heinz Lichtwitz wurde Anfang 1939 von seinem alleinerziehenden Vater Max mit einem Kindertransport nach England geschickt, um ihn vor den Nazis zu schĂŒtzen. Heinz wurde von den jĂŒdischen Foners aufgenommen. Aus Heinz Lichtwitz wurde Henry Foner und er lebt fortan in England.

1967 zog er mit seiner Familie nach Jerusalem, wo ihn Jan Jahrzehnte spĂ€ter besuchte, nachdem er das RĂ€tsel um denselben Nachnamen gelöst hatte. Die ganze Geschichte ĂŒber Henry Foner und die anderen Kinder, die mit einem Kindertransport nach England gerettet wurden, kann noch bis zum 23. Februar kostenlos im Bundestag angeguckt werden.

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