Sonne, Griese

Kerstin Griese trifft … Dennis Sonne

„Mach es bunt!“ – Mit diesem Lied begann die Veranstaltung „Kerstin Griese trifft … Dennis Sonne“ im „Neuen Pastorat“ in Heiligenhaus. Denn Sonne ist nicht nur Rap-Musiker und tritt unter dem Künstlernamen „Sittin’ Bull“ auf, sondern ist auch Landtagsabgeordneter der Grünen und Aktivist für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Sonne, Griese

Parteiübergreifender Dialog: Grün und sozialdemokratisch.

Gleichzeitig betonte Dennis Sonne, der seit seinem 20. Lebensjahr im Rollstuhl sitzt, dass er nicht nur Inklusionspolitiker ist. Er habe auch Know-how in den Bereichen Schulpolitik, Baupolitik, Verkehrspolitik und Arbeitsmarktpolitik, denn vieles sei miteinander verknüpft.

Bildungsgerechtigkeit sei für ihn ein Traum, sprach er ein zentrales Thema an. „Und unser derzeitiges dreigliedriges Schulsystem schließt Bildungsgerechtigkeit aus. In anderen Ländern, wo es diese Unterteilung nicht gibt, gehen alle gemeinsam zur Schule.“ Kritisch sieht er auch, dass es neben dem dreigliedrigen System zudem noch verschiedene Förderschulen gibt. Man müsse Eltern dahingehend beraten, was für die Entwicklung ihres Kindes am besten ist, sagte der Grünen-Politiker. „Und das Beste ist die Begegnung.“ Auch wenn viele Eltern glauben, die Förderschule sei der geeignete Schutzraum für ihr Kind.

Sonne, Griese

Diskussion mit dem Publikum im Hotel „Neues Pastorat“, dem einzigen hundertprozentig barrierefreien Hotel in der Region.

Für Dennis Sonne ist die Teilhabeberatung „EUTB“ besonders wichtig. Für sie hat er sogar ein Lied aufgenommen. Er erzählt, dass es ihm auch geholfen hätte, wenn er von Menschen beraten worden wäre, die selbst betroffen und etwa im gleichen Alter sind, und dass er es bedauert, dass dies nicht geschehen ist.

Dennis Sonne und Kerstin Griese waren sich einig, dass es oft nicht einfach ist, mehr Inklusion zu erreichen. Denn von der Assistenz bis zum Wohnen seien die Kosten inflationsbedingt deutlich gestiegen. „Leistungen zu kürzen, wäre ein Rückschritt“, betonte Griese, die als Parlamentarische Staatssekretärin für die Inklusionspolitik zuständig ist. Das gelte auch für die Schulbegleitung von Kindern mit Behinderungen. „Es gibt Kinder, die brauchen eine Person für sich allein, andere kommen mit einer Person zurecht, die sich um drei oder vier Kinder kümmert.“ Das sei eine Frage des Bedarfs, und es sei nicht gut, wenn zu viele Erwachsene in einem Klassenzimmer säßen, sagte Griese.

„Wir haben den gleichen Koalitionspartner“, antwortete Sonne auf Kerstin Grieses Schilderung, wie schwierig es sei, mit der CDU mehr Barrierefreiheit durchzusetzen. Wenn nun auch private Anbieter, beispielsweise Supermärkte, mehr tun müssten, sei das schlecht für die Wirtschaft, so die Befürchtung. Dennis Sonne widerspricht den Argumenten der CDU: „Man kann nicht über mangelnden Aufschwung klagen und gleichzeitig 25 Prozent der Menschen ausgrenzen.“ Die „Aktion Mensch“ hat in einer Studie herausgefunden, dass 20 bis 30 Prozent der Menschen von Barrierefreiheit profitieren. Kerstin Griese bestätigt das: Barrierefreiheit komme auch Eltern mit einem Kinderwagen, vielen älteren Menschen und denjenigen zugute, die wegen eines Unfalls oder einer Krankheit vorübergehend nicht so mobil sind.

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