Dreieinhalb Tage traf sich das Forum Ehrenamt Niederberg/Ratingen auf Einladung von Kerstin Griese in Berlin. Im Mittelpunkt stand eine Tagung im Bundestag, auf der die 48 Teilnehmer sowohl in großer Runde mit der Abgeordneten als auch in Arbeitsgruppen aktuelle Themen diskutierten.
Ursula Artz (Hospizbewegung Ratingen) sprach sich im Namen ihrer Arbeitsgruppe für eine bessere „Anerkennungskultur“ an. Die NRW-Ehrenamtskarte, die einige Vergünstigungen bietet, sei ein kleiner Schritt. „Wir wollen das Ehrenamt als Begleitung wissen und nicht den Staat aus seiner Verantwortung entlassen“, unterstrich Artz.
Lore Look (Bürgerfunk ExtraRadiO) betonte die Problematik, dass die Jugend schwer zu motivieren sei. Gerade junge Menschen hätten Bedenken, sich zu sehr zu verpflichten. „Es gibt ein großes Potenzial an Migranten“, stellte Look fest. Es müsse erreicht werden, diese im Ehrenamt zu integrieren.
„Es gibt gute Argumente für eine Pflicht und gute Argumente für das freiwillige Engagement“, berichtete Reinhold Keppeler (Caritas Kreis Mettmann) aus seiner Arbeitsgruppe. „Junge Menschen haben einen Nutzen davon, sich zu engagieren.“ Barbara Langer (AWO Ratingen) forderte, schon im Kindergarten- und im Schulalltag Projektwochen für mehr soziales Engagement durchzuführen.
Kerstin Griese zeigte sich begeistert von der lebhaften Diskussion und den vielen unterschiedlichen Aktivitäten. „Vom Kuhstall-Theater in Langenberg über den Velberter Box-Club bis hin zum Seniorenrat Wülfrath deckt Ihr Engagement eine riesige Bandbreite ab“, sagte die niederbergische Bundestagsabgeordnete zu ihren Gästen. Sie dankte den Ehrenamtlichen sehr herzlich für ihr großes Engagement. Nach der Diskussion führte die Historikerin Griese das Forum Ehrenamt durch das geschichtsträchtige Reichstagsgebäude und zeigte dabei auch Räume, die den Besuchergruppen zumeist verschlossen bleiben.
Praktische Fragen des Ehrenamtes standen bei einem Besuch der NRW-Landesvertretung auf der Tagesordnung. Dort informierten Kerstin Griese und die zuständige Referentin Ulrike Sommer über die Ehrenamtskarte, den Ehrenamtsnachweis und den Versicherungsschutz für freiwillig Engagierte.
Bei einem Besuch des Technischen Hilfswerks und der Kältehilfe der Stadtmission lernte das Forum Ehrenamt zwei Unterstützungsprojekte in der Hauptstadt kennen, die ohne das bürgerschaftliche Engagement nicht möglich wären. Abgerundet wurde der Berlinbesuch mit einer Stadtrundfahrt und einer Führung durch die Gedenkstätte Berliner Mauer.
Das nächste Treffen des Forums Ehrenamt, das allen freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürgern offen steht, findet am Mittwoch, 3. Juli 2013, im Heiligenhauser Club statt. Dann diskutieren die Ehrenamtlichen mit Vertretern der Freiwilligenbörse Ratingen, der FreiwilligenAgentur Velbert, der Heiligenhauser Agentur für das Ehrenamt und dem Freiwilligen Forum Wülfrath.


Wir bedanken uns bei Frau Griese und Ihren Helfern für die Superschöne informative Reise.
Mit freundlichen Grüßen
Lieselotte und Lothar Darkow / Seniorenrat und Zeittunnel Wülfrath