Praktikumsbericht von Leonard Herrmann
In ein Praktikum mit einer Sitzungswoche zu starten, bedeutet: direkt eintauchen in den parlamentarischen Alltag. Ich konnte sofort miterleben, wie Debatten geführt, Entscheidungen vorbereitet und Kompromisse verhandelt werden – und wie eng dabei persönliche Haltung und politisches Handeln miteinander verknüpft sind.
Ich bin Leonard Herrmann und studiere Politikwissenschaft, öffentliches Recht, Humangeographie sowie Philosophie an der Universität Heidelberg. Für vier Wochen war ich Teil des Bundestagsbüros von Kerstin Griese MdB.
In den Sitzungswochen des Bundestages reihten sich morgens und abends die Veranstaltungen aneinander – von einem parlamentarischen Frühstück mit dem Sozialverband SoVD, über einen Vortrag von Professor Daniel Ziblatt über die Erosion der Demokratie, Fachkonferenzen im Reichstagsgebäude bis hin zur Netzwerklounge – dem Austauschforum einer der drei Strömungen der SPD-Bundestagsfraktion, wo verschiedenste Freund:innen der Sozialdemokratie im Herzen Berlins zusammenkommen.
Zwischendrin erlebte ich den parlamentarischen Betrieb hautnah: in der AG Arbeit und Soziales, im Ausschuss für Arbeit und Soziales, und mehrmals auf der Besuchertribüne des Plenums.
In sitzungsfreien Wochen geht es hingegen deutlich ruhiger zu. Ich verbrachte mehr Zeit im Büro und vertiefte mich in Schreiben von Antwortentwürfen an Bürger:innen. Beeindruckt hat mich, wie sorgfältig und ernsthaft Kerstin und ihr Team auf jedes Anliegen aus dem Wahlkreis eingehen. Mitten in dem – oft als Blase beschriebenen – politischen Berlin, wird man dabei mit sämtlichen Meinungen zu verschiedensten Themen konfrontiert und geht dabei auf jede Zuschrift einzeln ein.
Durch Kerstin Grieses Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) lernte ich etwas über die Arbeitsweise der Regierung und das Zusammenspiel mit dem Parlament. Ein Highlight war dabei der persönliche Rundgang durch die historischen, museumsgleichen Gebäude des BMAS, den Griese trotz vollem Terminplan ermöglichte.
Ich hätte trotz einer großen Vorfreude nicht erwartet, dass ich in den wenigen Wochen so viel lernen werde über das parlamentarische Verfahren und die Arbeitsweise des politischen Betriebs in Berlin. Ganz besonders gefiel mir, wie viele Menschen ich traf, die mit Herzblut und vollem Eifer engagiert sind für unsere Demokratie, soziale Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle – dazu gehören Sozialverbände, die sich tagtäglich für Inklusion einsetzen, die Mitarbeiter:innen im Bundestagsbüro und allen voran Kerstin Griese selbst.

