Bundestag debattiert über Armut und Reichtum

„Wenn man dauerskandalisiert und immer behauptet, dass alles in Armut versinkt, dann verliert man den Blick für die echten Probleme“, sagte Kerstin Griese in der Bundestagsdebatte zum Armuts- und Reichtumsbericht. Sie sprach sich dafür aus, genauer hinzusehen.

„Um bei den Ursachen anzusetzen, ist es gerade wichtig, Kinderarmut zu bekämpfen“, sagte Griese. „Das Armutsrisiko von Kindern liegt bei 64 Prozent, wenn keiner der Eltern arbeitet. Wenn ein Elternteil in Vollzeit arbeitet, sinkt das Armutsrisiko schon auf 15 Prozent, wenn beide Eltern in Vollzeit arbeiten, auf drei Prozent.“ Besonders wichtig sei es also, Eltern in Arbeit bringen und vor allem für Alleinerziehende passgenaue Unterstützungsangebote zu schaffen, damit Arbeit und Kinderbetreuung vereinbar sind. „Genau da hat die SPD schon viel durchgesetzt, und da wollen wir noch mehr erreichen.“ Die Gefahr von Altersarmut beträfe nur etwa drei Prozent. „In der Gesamtbevölkerung sind es 9,3 Prozent, bei Kindern noch viel mehr.“

Es sei lobenswert, dass der Regierungsbericht zum ersten Mal auch den Reichtum genauer untersucht. „Die wirklich großen Vermögen in Deutschland werden vererbt und sind leistungslos erworben. Da stellt sich die Frage nach dem sozialen Ausgleich.“ Es sei deshalb ein richtiger Schritt, mehr für die Menschen in den niedrigen Lohnbereichen zu tun.