Ratingen: Von der Industriearbeit zur digitalen Welt

Arbeitsminister Hubertus Heil hat gemeinsam mit Staatssekretärin Kerstin Griese zuerst die Textilfabrik Cromford und anschließend die Europazentrale von Mitsubishi Electric besucht, um dort über die Zukunft der Arbeit zu sprechen. Die historische Baumwollspinnerei Cromford war die erste Fabrik auf dem europäischen Festland und revolutionierte damals die Arbeitswelt.

Claudia Gottfried erkärt, wie in Cromford Baumwolle gesponnen wurde.

Wolfgang Küppers eröffnet die Diskussion bei Mitsubishi Electric.

Hubertus Heil und Kerstin Griese wollen gemeinsam dafür sorgen, die digitalisierte Arbeitswelt sozial gerecht zu gestalten.

Museumsleiterin Claudia Gottfried erläuterte, dass anfangs nur die Spinnerei industrialisiert wurde, während das Weben weiterhin in Heimarbeit stattfand. Heute stelle sich die Frage neu, wie Heimarbeit organisiert und abgesichert wird, stellten Hubertus Heil und Kerstin Griese fest. Später seien auch die Webstühle mechanisiert worden, sagte der Bundesminister. Und die Menschen hätten versucht, in der Phase der Maschinenstürmerei den technischen Fortschritt aufzuhalten. „Sie haben nicht gewonnen.“ Wichtig sei es, den Wandel zu gestalten.

Wolfgang Küppers, Vorsitzender des Cromford-Fördervereins, freute sich, dass Minister Heil in Ratingen „einen Bogen über mehr als 230 Jahre“ schlägt. Er eröffnete nach der kurzen Museumsführung die Diskussion in der Ratinger Mitsubishi-Electric-Zentrale. Er könne einer der glücklichsten Arbeitsminister sein, wies Heil auf die historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen hin. Aber zwischen 1,4 in Eichstädt und 13 Prozent Arbeitslosenquote in Gelsenkirchen sei eine große Differenz. Deswegen sei im letzten Jahr das Qualifizierungschancengesetz beschlossen worden. Dieses soll insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen ermöglichen, in Bildung zu investieren. „Als Arbeitsminister interessiert mich nicht nur, was technisch los ist“, sagte Hubertus Heil über die Herausforderung der Digitalisierung. „Die gute Nachricht: Uns wird die Arbeit nicht ausgehen. Die schlechte Nachricht: Aber es wird andere Arbeit sein.“

Hubertus Heil warb für Optimismus: „Wir haben bei allen Problemen immer noch eine der besten Infrastrukturen der Welt“, nannte er ein Beispiel. „Wir dürfen uns nicht in die Lethargie quatschen, das ist auch einen Nachricht an meine Partei. Wir brauchen Leute, die Chancen und Schutz organisieren. Aber da darf man nicht ständig um sich selbst kreisen.“