Hohes Armutsrisiko bei Alleinerziehenden und Kindern

„Gerade jetzt, wo die Wirtschaft so gut läuft, müssen wir uns um die Menschen kümmern, die ein erhöhtes Armutsrisiko haben: Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie Langzeitarbeitslose“, sagt Kerstin Griese. „Wichtig sind daher steigende Tariflöhne, weil die für gute Renten sorgen, und ein Mindestlohn, der ausnahmslos gilt“, beschreibt Griese die Eckpunkte einer Politik, die eine sinnvolle Armutsprävention zum Ziel hat.

Die SPD-Sozialpolitikerin macht sich Sorgen um das ungebrochen hohe Armutsrisiko bei Kindern. „Bei ihnen gehen schlechte Bildungschancen, Bewegungsmangel und gesundheitliche Risiken einher. Gerade bei alleinerziehenden Arbeitslosen ist das Risiko groß, dass sie Armut vererben“, so Kerstin Griese. „Mit dem von Andrea Nahles angestoßenen Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit werden genau solche Probleme angegangen. Gerade für Kinder ist es sehr wichtig, dass in der Familie ein geregelter Tagesablauf vorherrscht“, betont Griese die Dringlichkeit einer gezielten Armutsprävention. „Wir brauchen noch mehr Anstrengungen, um auch die Eltern schrittweise wieder in Arbeit zu bringen, die alleinerziehend sind oder von gesundheitlichen Einschränkungen betroffen sind.“

Kerstin Griese fordert für die Ballungsräume einen sozialen Arbeitsmarkt. „Insbesondere im Ruhrgebiet brauchen wir eine öffentlich geförderte Beschäftigung, damit die Menschen nicht ewig passive Leistungsempfänger bleiben.“ Griese fordert die CDU/CSU auf, sich an dieser Stelle endlich zu bewegen. „Alle Sozialexperten wissen, dass es viele Langzeitarbeitslose gibt, die auf absehbarer Zeit keine Chance auf einen regulären Arbeitsplatz haben.“

Griese stellt klar, dass es weder beim Mindestlohn noch bei den Fördermaßnahmen Sonderregelungen für Flüchtlinge geben soll. „Für alle müssen dieselben Regeln und Hilfen gelten, egal ob sie hier aufgewachsen oder neu zugezogen sind.“ Als Beispiele nennt Griese die Forderung nach Hilfen zur Ausbildung, berufsbegleitende Maßnahmen und Arbeitsgelegenheiten.

» faz.net: Mehr Armut in Bayern und NRW
» Spiegel online: Der gefährliche Blues vom bitterarmen Deutschland