Gleicher Lohn für gleich gute Arbeit

„Eine Frau muss bis zum 21. März 2013 arbeiten, um das durchschnittliche Gehalt zu bekommen, das ein Mann im Jahr 2012 erhalten hat“, stellt Kerstin Griese fest. In kaum einem anderen europäischen Land gebe es ein derart hohes Lohngefälle.

„Der Stundenlohn von Arbeitnehmerinnen liegt im Durchschnitt 22 Prozent unter dem ihrer männlichen Kollegen“, zitiert Griese die Angaben des Statistischen Bundesamtes. Die SPD-Kreisvorsitzende fordert die Bundesregierung auf, endlich zu handeln. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, für Frauen und Männer das ist unser Ziel“, so Griese.

„Die Untätigkeit der Frauenministerin Kristina Schröder ist nicht mehr hinnehmbar“, kritisiert Kerstin Griese deren „gebetsmühlenhafte“ Ablehnung gesetzlicher Maßnahmen. Sie fordert die CDU-Bundestagsabgeordneten des Kreises Mettmann auf, Druck auf die Bundesregierung auszuüben, um die Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte durchzusetzen. „Denn ohne eine andere Unternehmenskultur werden wir die Lohndiskriminierung von Frauen nicht beseitigen können“, begründet Kerstin Griese die Notwendigkeit der Quotierung von Führungsfunktionen. „Jetzt muss endlich die Blockade der Bundesregierung durchbrochen werden“, sagt die SPD-Sozialpolitikerin.

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5 Kommentare zu „Gleicher Lohn für gleich gute Arbeit

  1. Stefan Brandt

    Sehr geehrte Frau Griese,

    würden sie bitte die Internetadresse veröffentlichen, so dass ich mir die zitierte Statistik des Statistischen Bundesamtes anschauen kann.

    Die deutschen Arbeitgeber müssen ziemlich dumm sein, dass sie für die gleiche Arbeit den Männern durchschnittlich 22% mehr zahlen.

  2. Kerstin GrieseKerstin Griese

    Sehr geehrter Herr Brandt,
    die aktuelle Statistik zum so genannten „gender pay gap“ finden Sie auf der » Website des Statistischen Bundesamtes. Demnach betrug 2012 der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen 15,21 Euro, der von Männern 19,60 Euro. Interessant ist auch die aktuelle » Grafik zum EU-Vergleich, bei der Deutschland den drittletzten Platz einnimmt.
    Wenn man nicht die Gesamteinkünfte aller Männer und Frauen vergleicht, sondern nur die Jobs mit vergleichbarer Position und Tätigkeit, reduziert sich der Verdienstabstand auf immer noch bemerkenswerte 7 Prozent. Dies lässt sich meines Erachtens nicht als bloße „Dummheit“ der Arbeitgeber erklären. Sondern viele Personalchefs haben immer noch überkommene Rollenbilder im Kopf, unterstützen den Mann in seiner scheinbaren Rolle als „Familienernährer“ und halten Frauen mit Kindern als grundsätzlich ungeeignet für eine berufliche Karriere.
    Laut einer weiteren » Mitteilung des Statistischen Bundesamtes ist die Lohndiskriminierung besonders bei Frauen mit hohen Bildungsabschlüssen eklatant. Bei Führungskräften sowie akademischen und technischen Berufen beträgt der Verdienstunterschied durchschnittlich bis zu 30 Prozent.
    Mit freundlichen Grüßen
    Kerstin Griese

  3. Stefan Brandt

    Sehr geehrte Frau Griese,

    ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn sie ab jetzt den Lohnabstand von 7% anprangern würden, statt weiterhin die aus dem Zusammenhang gerissenen 22% zu benutzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Brandt

  4. Kerstin GrieseKerstin Griese

    Sehr geehrter Herr Brandt,

    ich freue mich, dass wir uns darüber einig sind, dass der skandalöse Gehaltsabstand zwischen Männern und Frauen anzuprangen ist. Dass das Statistische Bundesamt die Schlagzeile „Frauen verdienen 22 % weniger als Männer 2012“ verwendet, erscheint mir (auch wenn ich keine ausgebildete Statistikerin bin) sehr richtig. Denn sie erfasst wirklich alle Frauen und Männer mit ihren sehr unterschiedlichen Tätigkeiten und der althergebrachten Vorstellung von „typischen“ Männer- und Frauenberufen. Dass sogar bei Jobs mit vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit Frauen 7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen, setzt dem unhaltbaren Zustand die Krone auf.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kerstin Griese

  5. Holger Matthöfer

    Sehr geehrte Frau Griese,

    7 Prozent sind natürlich weit weniger sensationell als 22, insofern kann ich Sie schon verstehen.
    Mir ist nur nicht so ganz klar, worin jetzt genau die „Lohndiskrimierung“ (Ihre Formulierung) der Frauen besteht. Wollen Sie gleiche Löhne für alle? Gleich lange Arbeitszeiten (inkl. Überstunden) für alle? Über alle Branchen hinweg, über alle Firmengrößen und Rechtsformen hinweg? Gesetzliche Frauenquoten für gut- bzw. schlechtbezahlte Berufe?

    Übrigens steht hier, daß die fehlenden 7 % mglw. ebenfalls noch erklärt werden könnten, „… wenn weitere lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie zum Beispiel das individuelle Verhalten in Lohnverhandlungen oder Erwerbsunterberechungen“. Und da woanders schon ermittelt wurde, daß Frauen für dieselbe Arbeit weniger Lohn als Männer verlangen, kommen wir der „Null“ schon wieder ein Stückchen näher.

    MfG
    Holger Matthöfer

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