Debatte über Sterbehilfe: Achtung vor dem Leben

Organisierter Suizid als geschäftsmäßiges Angebot solle eingedämmt werden, so Kerstin Griese in den tagesthemen. „Der Tod auf Rezept, versehen mit einer Abrechnungsziffer, könnte zum Normalfall werden im Land“, warnt die SPD-Abgeordnete im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.

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» Der Tagesspiegel: Fraktionschefs werben für Verbot von Sterbehilfevereinen
» Süddeutsche Zeitung: Macht doch, was ihr wollt
» WAZ Velbert: Kerstin Griese erläutert Gesetzentwurf zur Sterbehilfe

„Beihilfe zum Suizid bleibt, wie es seit 140 Jahren gilt, weiter frei von Strafe, allerdings dann nicht, wenn sie ,geschäftsmäßig‘ geschieht oder mit der Absicht, sie zu wiederholen“, stellt die in München erscheinende Zeitung Kerstin Grieses Gesetzentwurf vor. „Sterbehilfevereine würden also in jedem Fall verboten. Und das ist auch Kerstin Grieses Ziel, ihr Antrieb. Ärzte aber sollen, wie bisher, im Einzelfall nach ihrem Gewissen entscheiden dürfen, ob sie dem Willen eines Patienten nachkommen und ihm, im Extremfall, auch beim Sterben helfen.“

Kerstin Griese sei als Tochter eines Pastors imit dem Sterben vertraut, „mit Beerdigungen, Trauernden, seit Kindesbeinen“, schreibt die Süddeutsche. „Gerade kandidiert sie für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ihr geht es um die ,Achtung vor dem Leben, auch vor dem leidenden, kranken Leben‘. Niemandem könne die Würde aberkannt werden, nur weil er sich nicht mehr den Po abwischen kann.“

Pressekonferenz: Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) erläutern ihren Gesetzentwurf.

Pressekonferenz: Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) erläutern ihren Gesetzentwurf.

Viele weiße Kittel seien gekommen, und ältere Ehepaare, aber auch junge Menschen, berichtet die SZ von einer Veranstaltung, bei der Griese ihren Vortrag „In Würde leben, in Würde sterben“ hält. „Der Kirchenkreis Minden und das Ethik-Komitee des Krankenhauses haben eingeladen, und Griese bekommt viel Beifall. So wenig wie möglich, so viel wie nötig regele der Entwurf, den sie mit eingebracht habe. Und: Nein, die Ärzte werden nicht kriminalisiert, wie immer behauptet wird. Handeln müsse der Bundestag, weil sich in Deutschland Anbieter etablieren, ,die geschäftsmäßig für Suizidassistenz werben und damit den Suizid fördern‘. Sie sagt: ,Jeder hat ja das Recht, sich umzubringen, aber niemand hat das Recht, dass der Staat ihm dabei hilft.‘“