Allison Wolfarth: Aus Mississippi nach Ratingen

Seit August lebt die 18-jährige Amerikanerin Allison Wolfarth in Ratingen. Sie nimmt am parlamentarischen Patenschaftsprogramm des Bundestages und des US-Kongresses teil und traf sich jetzt mit der Abgeordneten Kerstin Griese.

Diese zeigte sich sehr beeindruckt von den flüssigen Deutschkenntnissen, die sich Wolfarth in den wenigen Monaten des Austausches erarbeitet hat. „Ich habe in Amerika kein Deutsch gelernt“, sagte Wolfarth, denn das habe ihre High School in der Kleinstadt Petal/Mississippi nicht angeboten. „Das einzige Wort, das ich kannte, hieß ,Schokoladenkuchen‘“.

Allison Wolfarth ist in Bayern geboren und verbrachte dort ihre ersten 18 Lebensmonate, denn ihr Vater war im oberpfälzischen Vilseck als Armeeangehöriger stationiert. Erinnern könne sie sich daran nicht mehr, aber es sei ein Grund für ihr Interesse an Deutschland.

Schokoladenkuchen im Ratinger Café Feith.

Wolfarth lebt bei einer Gastfamilie in Lintorf und besucht das dortige Kopernikus-Gymnasium. Ratingen gefällt ihr sehr gut. „Ich kann hier durch die Stadt laufen“, wies sie auf einen Unterschied zu Amerika hin, „durch Petal kann man nur fahren“. Busse oder Bahnen gebe es dort nicht, alles müsse mit dem Auto erledigt werden. Nur der kalte Winter hat der Schülerin, die in Ratingen den ersten Schnee ihres Lebens gesehen hat, nicht gefallen.

Kerstin Griese engagiert sich seit vielen Jahren für das parlamentarische Patenschaftsprogramm. Sie hat eine Patenschaft für Florian Eichblatt vom Weizsäcker-Gymnasium übernommen, der zurzeit ein Schuljahr in Lawrence/Kansas verbringt. „Mit ihm stehe ich in regelmäßigem E-Mail-Kontakt“, erzählt Griese. Eichblatt habe ihr geschrieben, dass dort der Waffenverkauf boomt, weil die Leute Angst vor gesetzlichen Beschränkungen haben. Florian Eichblatt hofft, dass Obama tatsächlich ein härteres Waffengesetz durchbringt, da er keine Rücksicht auf eine Wiederwahl nehmen müsse.

Allison Wolfarth ist noch bis zum Juli in Ratingen. Anschließend möchte sie Internationale Beziehungen studieren. Kerstin Griese freut sich, dass das Patenschaftsprogramm so gut funktioniert. „Diese Form des Austausches von jungen Botschafterinnen und Botschaftern ist ein wichtiger Teil der Außenpolitik, da sie das gegenseitige Kennenlernen in den Mittelpunkt stellt.“

Ein Kooperationspartner des Patenschaftsprogramms ist die Organisation Experiment e.V., die für das kommende Schuljahr noch Gastfamilien in Ratingen sucht. Nähere Informationen dazu gibt es unter experiment-ev.de.