100 Tage Mindestlohn: Positive Bilanz

Am heutigen Freitag ist der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro seit 100 Tagen in Kraft. „Rund 3,7 Millionen Menschen erhalten endlich einen anständigen Lohn, dem Lohndumping wurde ein Ende gesetzt“, sagt Kerstin Griese, die als Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales den Gesetzgebungsprozess im Bundestag mit gestaltet hat.

» Audio SWR2: Tagesgespräch mit Kerstin Griese
» pdf SWR2: Tagesgespräch mit Kerstin Griese

„Die erste Bilanz nach 100 Tagen Mindestlohn ist eindeutig positiv.“ Der Mindestlohn tue der Wirtschaft insgesamt gut, zieht Griese eine erste positive Bilanz. Der Einzelhandel profitiere vom Mindestlohn. Ein besonders gute Nachricht: „Entgegen vieler Unkenrufe gab es keinen Abbau von Jobs”, so Griese. Die Bundesagentur für Arbeit gehe davon aus, dass die Anzahl der Aufstocker, also der Personen, die trotz Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld II beziehen, zurückgehen wird. „Das spart allen Steuerzahlern viel Geld“, betont Griese.

„Falls noch Probleme vorhanden sind, werden die im Dialog mit den Verbänden und der Wirtschaft gelöst“, erklärt sie und verweist auf die Gespräche mit den Branchen, die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) derzeit führt, um mögliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Mindestlohn-Regelungen auszuräumen. „Es wird eine erste Bestandsaufnahme des Mindestlohngesetzes geben“, erklärt Griese, unterstreicht aber zugleich, dass es einen „Mindestlohn-Light“ und Änderungen am Gesetz nicht geben wird. „Dafür spricht auch die weiterhin sehr große Zustimmung in der Bevölkerung von 86 Prozent”, so die Ausschussvorsitzende.

„Auch für die Städte im Kreis Mettmann bedeutet der Mindestlohn einen Gewinn”, so die örtliche Bundestagsabgeordnete Griese. Denn auch hier würden mehr Menschen davon profitieren. Und gleichzeitig fänden auch die fairen und ehrlichen Unternehmer den Mindestlohn richtig.

» SPD-Fraktion: 100 Tage Mindestlohn
» Ministerium für Arbeit und Soziales: Der Mindestlohn gilt